Luis - Ein viel zu kurzes Leben!


 
   

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Trauerfeier am 01.11.2007 gehalten von Pfarrer Manfred Batzilla (Krankenhaus-Seelsorger)
Trauerrede

 
Luis Kratzert geboren am 04.03.2006, getauft am 21.März 2006 und gestorben am 26.Oktober 2007 in Salzgitter-Lebenstedt; beerdigt am 1. November 2007 auf dem Waldfriedhof in Salzgitter-Bad.
 
Musik von der CD (So ein Mann.....aus dem Walt Disney-Film TARZAN)

Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht, wohin dein Weg auch führt.
                                                                                                             
Im Namen des Vaters des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gott, der Herr spricht; Kommt zur Ruhe und seid still;
erkennt das ich Gott bin.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken
und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr,
sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde,
so sind auch meine Wege höher als eure Wege
und meine Gedanken höher als eure Gedanken.

Wir beten:

Herr, großes Leid ist über unser Leben hereingebrochen.
Wir verstehen nicht, was da alles mit uns geschehen ist.
Das Leben erscheint abgerissen und zerbrochen.
Der Schmerz in unseren Herzen ist groß
und wir wissen nicht, wohin wir uns wenden sollen.
Gott wir klagen dir unsere Not mit den Gedanken des 77. Psalms;

In der Zeit meiner großen Not suche ich dich Gott:
Meine Seele will sich nicht trösten lassen,
denn das Leid ist unvorstellbar.
Ich denke an dich, Gott - ich bin betrübt und traurig;
Ich sinne nach - und mein Herz ist in Ängsten.
Meine Augen hältst du, Gott - das sie wachen müssen;
Ich bin so voller Unruhe, das ich nicht reden kann.
Ich denke und grüble des Nachts
und rede mit meinem Herzen,
mein Geist muss eine Antwort finden auf das WARUM.
Ich frage mich:
Hast du, Gott vergessen gnädig zu sein?
Hast du dein Erbarmen im Zorn verschlossen?
Ich schreie zu dir, Gott: ich leide darunter,
dass die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann.
Ich rufe zu dir, Gott und schreie nach Hilfe.
Ich rufe zu dir, Gott
Du wirst mich in meinem Leid erhören.
Du lässt mich nicht allein in meinem Leid - das weiß ich;
aber ich versteh das alles nicht, was ich ertragen muss
und wie es sich einmal zusammenfügen soll in meinem Leben.
Gott, ich lege dir mein Leid in dein Herz,
denn bei dir ist es aufgehoben.
Nimm unseren Sohn Luis in deine liebenden Hände,
sei in unserem Leid und in dieser Stunde des Abschieds.
Amen
Gebet nach dem Psalm 77

Musik von der CD ( Tears in Heaven- Eric Clapton )

Liebe Familie Kratzert, liebe Paten von Luis,
liebe Angehörige und Freunde der Familie,

Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht, wohin dein Weg auch führt.

Dieses Wort ist der Taufspruch von Luis. Am 21. März in letzen Jahr - 17 Tage nach seiner Geburt - haben wir ihn im Krankenhaus in der Intensivstation getauft. Viele, die damals dabei waren sind auch heute hier.
Luis kämpfte um sein Leben. Eine schwere Gehirnhautentzündung bedrohte ihn und zerstörte so vieles -aber er wollte leben! Sie, Frau Kratzert, haben dies immer wieder gesagt, denn Sie spürten und fühlten, dass Luis bei Ihnen auf dieser Erde sein wollte.
Wenn ich an unsere fast täglichen Begegnungen damals zurückdenke, dann sehe ich Sie in diesem kleinen Zimmer der Intensivstation- manches Mal völlig erschöpft, zusammengerollt und schlafend im Sessel- manches Mal auch Sie beide zusammen am Inkubator stehend ... Sie ließen Luis keinen Augenblick allein. Sie kämpften um ihn und Sie kämpften mit Gott. Sie schrieben sich Ihr Leid, Ihre Klage von der Seele. Sie klagten Gott an, wollten nichts mehr von ihm wissen und beteten um die Kraft, die Hoffnung niemals zu verlieren. Ich glaube, Sie durchwanderten alle Widersprüche des Seins, die nur liebende Eltern um ihr Kind so aufbringen. 

Und ich lese und höre die Worte von damals:

Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht, wohin dein Weg auch führt.

Liebe Frau und lieber Herr Kratzert - vielleicht helfen Ihnen diese Worte für einen  Atemzug lang, denn hinter Ihnen liegt eine unvorstellbare Zeit. Die letzten 20 Monate sind voller widersprüchlicher Gedanken und Gefühle.
Sie sind bis an den Rand Ihrer Möglichkeiten gelangt und oft auch darüber hinaus. Ihr Leben pendelte zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Lachen und Weinen, zwischen Kämpfen und Erschöpft sein, zwischen Danken und Klagen...
Sie haben sich auf Ihr Kind gefreut. Sie haben neun Monate mit ihm gelebt, ihn unter Ihrem Herzen getragen, bis Luis auf diese Welt kam. Sie waren voller Hoffnung und Freude über das Geschenk Ihres Sohnes Luis.
Doch dann wurde er wenige Tage später krank. Niemand ahnte, was Ihnen bevorstand. Angst und Sorge um Luis zogen in Ihr Herz. Es wurde nicht wieder gut. Es sollte alles ganz anders werden. Ihr Leben wurde auf den Kopf gestellt. Nichts blieb mehr so, wie es einmal war - und es wird  auch nicht mehr so werden und sein.
Die Ärzte und Schwestern taten ihr Möglichstes, aber die Lebenskraft von Luis wurde weniger und weniger - trotz aller Medizin. Ihre Angst und Sorge um das Leben ´von Luis wuchs.
Sie baten mich Luis zu taufen. Er lag in seinem kleinen Bett; an vielen Schläuchen angeschlossen und wir standen bei ihm, mit den beiden Schwestern, die ihn pflegten und umsorgten und all den Menschen, die Ihnen in dieser Zeit nahe waren und es auch heute sind...
Ich taufte Luis im Namen unseres Gottes. Sein Taufspruch wurde ihm zum Segenswort und heute zum Abschiedssegen für sein kurzes Leben.
 
Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht, wohin dein Weg auch führt.
 
Sie blieben bei ihm. Schenkten ihm Nähe. Luis überlebte die furchtbare Krankheit allen Prognosen zum Trotz. Vieles folgte nach dieser Zeit. Die Reha-Maßnahme war eine chaotische Zeit. Ich sehe uns noch auf dem Flur des Krankenhauses, als Sie davon erzählten. Operationen, Krankenhausaufenthalte wechselten immer einander ab. Und Luis wuchs und lernte dies und jenes- und das, obwohl es eigentlich nicht möglich sein konnte - laut medizinischer Prognose - aber es war eben so. Sie, liebe Familie Kratzert, wussten es besser. Luis aß und trank, lernte sogar zu stehen und weckte Sie jeden morgen um 6.30 Uhr mit der Genauigkeit einer Uhr. Ob er sehen oder hören würde, war fragwürdig – aber er tat es.
 
Luis veränderte Ihr Leben. Sie wussten, dass er mit seiner schweren Behinderung leben lernen musste - und Sie wussten auch, was dies für Sie als Eltern bedeuten würde. Aber Luis gehörte zu Ihnen. Ihre ganze Liebe und Zuwendung galt ihm und er schenkte Ihnen unendlich viel. Sein Lachen, seine Mimik war kostbarer als jedes Gold der Welt. Selbst am Tag bevor er starb, zeigte Luis, was möglich war: Er begann zu krabbeln, sich auf seinen eigenen Weg zu machen.
 
Letzte Woche, am Freitag, starb Luis in Ihren Armen. Er hatte Sie, Frau Kratzert, nicht wie sonst geweckt, sondern war still und leise gestorben. Es war wieder eine Zeit der Sorge und der Angst gewesen, die Sie ins Krankenhaus gebracht hatte. Die Ärzte suchten und fanden nichts, probierten dies und jenes - waren hilflos - und Sie fühlten sich nicht ernst genommen, abgetan, allein gelassen. Sie sind wütend, empört und zutiefst traurig. Ein großes Fragezeichen bleibt nach alledem. Es steht auch über der Sterbeanzeige von Luis.
 
Pfarrer Ganse hat Sie an diesem schrecklichen Tag begleitet, Ihnen geholfen, sich von Luis für einen Augenblick zu verabschieden. In der Kapelle des Krankenhauses konnten Sie miteinander diesen ersten Schritt tun. Sie, Frau Kratzert, zogen Luis an und legten ihn in den Sarg - machten ihn bereit für den Weg, der vor ihm lag. Sie taten ein wichtigen Liebesdienst für ihn, schenkten Luis noch einmal Ihre Nähe und Liebe.
 
Heute sind wir hier und gehen das letzte gemeinsame Stück Weges mit Luis.
 
Vor Ihnen liegt ein unglaublich schmerzlicher Weg. Er wird Ihnen endlos vorkommen. Es wird ein Weg der Tränen sein. Es ist der letzte gemeinsame Weg, den Sie mit Ihrem Sohn und Enkel Luis gehen können. Wir haben seine Musik gehört und die Großväter werden den Sarg zum Grab tragen.
 
Luis hat Ihr Leben bereichert. Sie waren voller Hoffnung, doch Luis konnte das Licht der Welt nicht lange sehen. Er war gleichsam nur wenige Monate bei Ihnen zu Besuch. Sein Name Luis und seine Geschichte mit Ihnen werden aber bleiben- werden Sie Ihr Leben lang begleiten. Jetzt können wir Sie und Ihren verstorbenen Sohn Luis auf Ihrem Weg zum Grab begleiten. Wir wollen es bewusst tun, Schritt für Schritt, denn so ermöglichen wir Ihnen auch, Ihrem Sohn Luis diesen letzten Liebesdienst zu tun: Uns von ihm zu verabschieden, der Ihnen soviel Hoffnung geschenkt hatte und ihn auf diesem Weg nicht allein zu lassen, auch wenn Sie mit ihm Ihre Sehnsucht und Hoffnung und ein Stück Ihres Lebens verloren haben. Amen.
 
Musik von der CD „Dir gehört mein Herz“ (aus dem Walt Disney Film TARZAN)
 
Gebet:
 
Wir verstehen die Wege, die wir, Herr, geführt werden oft nicht.
 
Wir sind hier miteinander am Sarg von Luis und müssen uns jetzt von ihm endgültig verabschieden und das nachdem er so wenige Monate unter uns gelebt hat. Das tut weh und schmerzt und unsere Tränen erzählen dir Vater im Himmel davon.
 
Wir wissen nicht, was wir dazu sagen sollen, wie wir es verkraften können…
 
Wie sich das fügt zu Barmherzigkeit und Güte und Gnade…?
 
Wie das zu verstehen ist, dass ohne Vorsehung kein Haar von unserem Kopf fällt…?
 
Aber wir hören von dir Vater:
 
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und Eure Wege sind nicht meine Wege…(Jesaja 55,8)
 
Vater im Himmel diese Worte sind heute schwer auszuhalten. Wir haben doch auch unsere Vorstellungen vom Sinn des Lebens. Aber sie sind nicht Maßstab für Sinn überhaupt.
 
Und du sagst:
 
So viel der Himmel höher ist al die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
 
 
Vater, das ist schwer zu verstehen, denn der Tod von Luis steht uns vor Augen. Wir klagen dir unsere Not darin. Aber ich höre auch darin, dass du Wege kennst, wo wir nichts mehr sehen und erkennen, so wie du es in dem Taufspruch von Luis auch gesagt hast: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht, wohin dein Weg auch führt.
 
Du weißt, wie Wunden heilen können und Trost und Hoffnung in die verwundeten Seelen einziehen wird, auch wenn wir es uns im Augenblick nicht vorstellen können.
 
Vater im Himmel, lass uns Hilfe und Trost finden-tröstliche Freundlichkeit…, dass auch wir als Freundinnen und Freunde ,als Familie und den Trauernden Eltern Kratzert nicht ausweichen und mit leeren Worten begegnen ,sondern einige Schritte mit Ihnen gehen, Ihr Leid aushalten.
 
Vater wir ängstigen uns im Blick auf das, was da alles auf uns zukommt. Wir bitten dich schenke uns Kraft für die nächsten Schritte, für den Weg bis zum Grab und darüber hinaus. Amen.
Musik von der CD zum Ausgang „Schlaf Luis, Schlaf“ 


copyright by Manfred Batzilla (Krankenhaus-Seelsorger)


 
 

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